„Wie lange, o Herr“ – Die Verzögerung des göttlichen Trostes

Es ist keine neue Erkenntnis, dass zeitgenössische christliche Musik, so genannte »Praise & Worship«-Musik, sich im Großen und Ganzen nicht durch eine ganzheitlich biblische Theologie auszeichnet. Sie ist vielmehr meist psychologisch sehr einseitig. Fröhlich, siegreich, voll Lob und Dank, und … oberflächlich. Die Perspektive ist, dass das christliche Leben seine beste Zeit hier auf Erden zu haben scheint!

Wenn man dagegen Klassiker der christlichen Liederdichtung liest oder singt, ist es, als trete man in eine andere Welt ein; anders als das genannte Genre – allerdings nicht so anders als die Welt der Bibel.

In der Bibel, und analog dazu auch im älteren Liedgut (ich verallgemeinere!), ist die Perspektive eine andere. Es ist die Perspektive des christlichen Lebens als Pilgerschaft durch eine Welt, in der wir keine Heimatstätte finden (Hebr 13,14; Offb 21,2), hin zu der himmlischen Heimat. In der Welt und in unserem Leben auf Erden werden wir angefeindet und angefochten, erleben wir Leid und Rückschläge. Sieghaft ist unser Leben als Christen nur in eschatologischer Perspektive, d.h. in der Perspektive des im Himmel vollendeten und für uns dort aufbewahrten Heils. weiterlesen…

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