Musik

Musik—ein Gebot Gottes
Loblieder zur Ehre Gottes zu singen entspricht keineswegs nur einer menschlichen Idee bzw. dem Wunsch der Gläubigen, sondern ist ausdrücklich Gottes Gebot!

Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum, lobet ihn in der Feste seiner Macht! Lobet ihn für seine Taten, lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit! Lobet ihn mit Posaunen, lobet ihn mit Psalter und Harfen! Lobet ihn mit Pauken und Reigen, lobet ihn mit Saiten und Pfeifen! Lobet ihn mit hellen Zimbeln, lobet ihn mit klingenden Zimbeln! Alles, was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja!
Psalm 150
(Ps92:2-3)

Die Schrift selber fordert uns konkret – sowohl im Alten Testament wie Neuen Testament – zur musikalischen Anbetung Gottes auf:

Kolosser 3,16: »Das Wort des Christus wohne reichlich in euch; in aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig! Mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern singt Gott in euren Herzen in Gnade!«

Eph5, 17: »Darum werdet nicht unverständig, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist. 18 Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen. 19 Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen 20 und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.«

Sieht man sich diese und andere Bibeltexte an, wird deutlich, daß es grundsätzlich um Belehrung und Ermahnung geht, um das Wort des Christus und ein spezifisches Verständnis des Willens des Herrn.

Wer nicht singt, glaubt nicht
Wenn Luther in seiner volkstümlichen Ausdrucksweise prägnant zum Ausdruck bringt, das im gesungenen Gotteslob der Glaube erkennbar wird, “So sie’s nicht singen, gläuben sie’s nicht”, heißt das nichts anderes, als das im Liedgut explizit Lehre und Dogmatik transportiert wird.

Anbetung/Lobpreis stellt Paulus zufolge grundsätzlich eine Form der Verkündigung des Wortes Gottes dar. Christus steht im Mittelpunkt des Textes, nicht der Mensch und dessen Gefühle. Wenn man sich die Psalmen ansieht, wird die unglaubliche Größe Gottes bestaunt, theologische Wahrheiten verkündigt, Sünden bekannt, Probleme ins Verhältnis zu Gott gesetzt.

Das Wesen der Musik
Die besondere Qualität von Musik besteht demzufolge darin, Inhalte nachhaltiger in Erinnerung behalten zu können. Dies wird in einer Begebenheit deutlich, in welcher Mose das von Gott empfangene Gesetz aufschrieb, dieses den Leviten gab, damit jene es wiederkehrend, alle sieben Jahre dem Volk Israel vorlesen sollten.

Wir lesen dazu in der Schrift:

5.Mo31,19-30 »So schreibt euch nun dies Lied und lehret es die Kinder Israel und legt es in ihren Mund, daß mir das Lied ein Zeuge sei unter den Kindern Israel. Denn ich will sie in das Land bringen, das ich ihren Vätern geschworen habe, darin Milch und Honig fließt. Und wenn sie essen und satt und fett werden, so werden sie sich wenden zu andern Göttern und ihnen dienen und mich lästern und meinen Bund fahren lassen.Und wenn sie dann viel Unglück und Angst betreten wird, so soll dieses Lied ihnen antworten zum Zeugnis; denn es soll nicht vergessen werden aus dem Mund ihrer Nachkommen. Denn ich weiß ihre Gedanken, mit denen sie schon jetzt umgehen, ehe ich sie in das Land bringe, das ich geschworen habe. Also schrieb Mose dieses Lied zur selben Zeit und lehrte es die Kinder Israel. Und befahl Josua, dem Sohn Nuns, und sprach: Sei getrost und unverzagt; denn du sollst die Kinder Israel in das Land führen, das ich ihnen geschworen habe, und ich will mit dir sein. Da nun Mose die Worte dieses Gesetzes ganz ausgeschrieben hatte in ein Buch, gebot er den Leviten, die die Lade des Zeugnisses des HERRN trugen, und sprach: Nehmt das Buch dieses Gesetzes und legt es an die Seite der Lade des Bundes des HERRN, eures Gottes, daß es daselbst ein Zeuge sei wider dich. Denn ich kenne deinen Ungehorsam und deine Halsstarrigkeit. Siehe, wo ich noch heute mit euch lebe, seid ihr ungehorsam gewesen wider den HERRN; wie viel mehr nach meinem Tode! So versammelt nun vor mich alle Ältesten eurer Stämme und eure Amtleute, daß ich diese Worte vor ihren Ohren rede und Himmel und Erde wider sie zu Zeugen nehme. Denn ich weiß, daß ihr’s nach meinem Tode verderben werdet und aus dem Wege treten, den ich euch geboten habe. So wird euch dann Unglück begegnen hernach, darum daß ihr übel getan habt vor den Augen des HERRN, daß ihr ihn erzürntet durch eurer Hände Werk. Also redete Mose die Worte dieses Liedes ganz aus vor den Ohren der ganzen Gemeinde Israel «

Auch dieser Bibeltext verdeutlicht klar und deutlich den unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem geistlichen Liedgut als solchem und der transportierten Lehre und Dogmatik.

Psalmen, Lobgesänge und geistliche Lieder dienen dazu Gottes Willen und Wort:

  1. gemeinsam in Einigkeit zu bezeugen
  2. besser in Erinnerung zu behalten bzw. nicht zu vergessen

Schriftgemäße Lieder
Dies, damit das Volk Gottes das Wort Gottes hören, lernen und halten können soll. Daraus folgt weiterhin, das sehr darauf geachtet werden muß was man singt. D.h. nicht jedes geistliche Lied transportiert schriftgemäße Lehre.

Die christliche Kirche ist von Anfang an eine singende Kirche gewesen. Neben den Psalmen gab es vielfältige liturgische Gesänge. In der vorreformatorischen Zeit wurden diese durchweg in lateinischer Sprache und in der Form des gregorianischen Chorals gesungen. Erst im Mittelalter entstehen in Deutschland Lieder in deutscher Sprache und in der Weise von Volksliedern. Die Kirchen der Reformation haben das Erbe der alten und mittelalterlichen Kirche bewahrt, übernommen und mit eigenen Liedern bereichert.

In reformierter Tradition werden vor allem vertonte Psalmen gesungen (hier weiterlesen…). Darüber hinaus existiert jedoch auch anderes schriftorientiertes Liedgut. Nachfolgend ein paar empfehlenswerte Liederbücher.

Die Psalmen Davids in Reime gesetzt durch Matthias Jorissen (Gebunden, 472 Seiten, Gruch Verlag). Der Psalter nach der Ausgabe von 1818 mit den Melodien des Genfer Psalters  mit einer Einleitung von Michael LohrerDie Psalmbereimung von Mattias Jorissen löste um das Jahr 1800 die bis dahin im reformierten Bereich verbreitete Bereimung von Ambrosius Lobwasser ab. Allerdings wurde sie im Laufe der Jahre immer stärker verändert. Einzelne stilistische Verbesserungen hatte bereits Jorissen selber vorgenommen, aber seine Nachfolger vereänderten an vielen Stellen auch den Sinn. Wir wollen hiermit endlich wieder den Original-Jorissen bieten. Darum stützen wir uns auf die letzte Fassung die Jorissen selber herausgegeben hat. Nur Formulierungen die heute unverständlich, oder gar mißverständlich, sind wurden geändert.
Ein Buch aus der Reihe „Quellen aus der Reformation“.
Das neue Gemeinschaftsliederbuch.
Mit überwiegend ein- und mehrstimmigem Notensatz und Gitarrengriffen. Das neue Liederbuch enthält 741 Lieder. Einige sind mit einem mehrstimmigen Notensatz, die meisten mit Gitarrengriffen versehen. Das ausgewählte Schriftbild ist auch für schwächere Augen gut lesbar. Das Liederbuch enthält ein Verzeichnis der Textdichter und Komponisten. 1152 Seiten, Gebunden.
Ein Liederbuch für die Gemeinde
463 der meistgesungenen und schönsten Lieder von früher und heute; vierstimmiger Satz mit Gitarrengriffe.

Kommentar verfassen